Tilly-Lahnstein-Schule

Wohnen

Die vielfältigen Wohnformen sind nach Alter und persönlicher Reife abgestuft. Das Konzept führt schrittweise vom Internat über das Wohnen in Außenwohngruppen der Nikolauspflege an die Selbstständigkeit heran. Wohnen hat zwei Zielrichtungen: Einerseits einen festen Rahmen mit klaren Regeln und Strukturen, andererseits die Ablösung und Vorbereitung auf eine eigenständige und selbst verantwortliche Lebensführung. In Gemeinschaft zu leben, sich auseinanderzusetzen, Kompromisse zu schließen, Aufgaben zu verteilen, freie Zeit miteinander zu gestalten und Kontakte auch außerhalb der Nikolauspflege zu gestalten – all das ist Teil des Wohnkonzepts. Im Internat werden die Schülerinnen und Schüler zudem beim Lernen in der Freizeit unterstützt.


Unterschiedliche Wohngruppen

Auf dem Schulgelände
Den Internatsgruppen stehen einzelne Wohnhäuser mit Garten oder Balkon in Schulnähe zur Verfügung. Die Jugendlichen wohnen in möblierten Einzel- und Doppelzimmern, die mit Pflanzen, Postern und Lieblingsstücken persönlich gestaltet werden können. Die Wohnplätze auf dem Gelände sind primär für neue Teilnehmer (in der Regel von einjährigen Maßnahmen) und für Personen mit Mobilitätseinschränkungen bzw. zusätzlichen Beeinträchtigungen vorgesehen. Für diese Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist es in erster Linie wichtig, kurze Wege zu haben, die sie schnell erlernen können. In den Gruppen leben zwischen neun und zwölf junge Leute. Die Wohnungen in der Stadt sind als Wohngemeinschaft für zwei bis vier Personen eingerichtet. Die Betreuungsintensität variiert je nach Alter und Unterstützungsbedarf der Einzelnen. Neben Wohngruppen, in denen junge Frauen und Männer zusammenleben, gibt es auch Mädchengruppen und Bereiche für Personen mit Blindenhund. Man kann jedes Wochenende nach Hause fahren oder alle 14 Tage oder die Gruppe als ständigen Aufenthaltsort nutzen. Auch nachts sind Mitarbeiter im Internat und in den Außenwohngruppen immer erreichbar.

In Außenwohngruppen im Stadtgebiet: citynahes Wohnen
Die Nikolauspflege verfügt über verschieden große Wohnhäuser und möblierte 2- bis 4-Zimmer- Wohnungen im Stuttgarter Stadtgebiet. Alle Gebäude haben eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Jedem Teilnehmer steht ein Einzelzimmer zur Verfügung. Die Wohnungen sind komplett möbliert. Bewohner von Außenwohngruppen müssen in vielerlei Hinsicht verlässliche Partner von Schule und Ausbildung und Wohnumfeld sein: Rechtzeitig aufstehen, selbstständig Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, Rücksicht nehmen auf Nachbarn, den Haushalt führen, pünktlich den Mülleimer rausstellen und natürlich nicht zuletzt: Das alles in der Gruppe gut managen.

Auch der Umgang mit Geld spielt hier eine wesentliche Rolle. Schüler und Azubis im Außenwohnen bekommen in der Regel ihr Essensgeld und Fahrtgeld auf ein eigenes Konto und müssen damit wirtschaften. Einkaufen, kochen, waschen, putzen, elektrische Geräte bedienen, mit Energie umgehen, kleinere Reparaturen selbstständig durchführen: das alles gehört in den Außenwohngruppen unbedingt dazu.